Liking Gap: Wenn du glaubst, du bist peinlich für andere!

Wurde ich früher zu Partys eingeladen, auf der ich eine Reihe neuer Leute kennenlernte, hatte ich meistens eine Menge Spaß. Nur der Morgen danach war immer mit einem Zähneknirschen zu verdauen: Hatte ich mich gut benommen? Fanden mich die anderen auch bloß nicht zu langweilig? Was ist mit den Mädels, die getuschelt und gelacht hatten. Meinten die etwa mich?

Gedankenspiralen die sich ins Unendliche drehten. Manipulierend, zermürbend und ermüdend. Ich konnte nicht aufhören, die Unterhaltungen im Kopf immer wieder durchzuspielen und immer neue Dinge zu bemerken, die ich meiner Meinung nach total blöd gemacht hatte.

Wusstest du, dass es dafür einen Namen gibt? Nein? Doch! Heute spricht man von der sog. Liking Gap oder zu Deutsch der Symphatie-Lücke.

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Wenn du dich selber peinlich findest – die Studie zum Liking Gap
  2. Die Gründe für die Liking Gap
  3. Kurioses über die Liking Gap
  4. Die Beziehung zu dir, hochsensibler Frau
  5. Übung: Selbstliebe & Selbstbewusstsein stärken in 15 Minuten
  6. Resümee

Du willst konkrete Impulse, um als hochsensible Frau im Job nicht immer nur ständig die Erwartungen der anderen zu erfüllen? Sondern selbstbewusst Grenzen setzen? Klare Entscheidungen treffen? Raus aus diesem anstrengenden Gefühls-Chaos im Kopf?

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1. Wenn du dich selber peinlich findest – die Studie zu Liking Gap

Tatsächlich ist die Liking Gap gut erforscht: Die wissenschaftliche Theorie besagt, dass man häufig unterschätzt, wie gut man nach einem Gespräch bei einer anderen Person ankommt. 2018 wurde in der Zeitschrift Psychological Science die erste Studie veröffentlicht. Gus Cooney (Dozent an der Wharton School der University of Pennsylvania) erklärt den Sinn dieses Verhaltens so:

„Angenommen, ich mache während einer Unterhaltung einen unangebrachten Witz. Da macht es schon Sinn, wenn ich mich danach frage, ob dieser Witz meinen Gesprächspartner gekränkt hat. ABER: Das Problem liegt danach eher darin, dass man sich oft hineinsteigert in seinem Fauxpax.“

Unsere Mutmaßungen, wie schlecht wir uns benommen haben, werden oft von unserer inneren Kritikerin noch befeuert – vor allem dann, wenn die Ungewissheit dazukommt, die beim Gespräch mit der Kollegin oder dem Kunden mitschwingt. Signale wie ein Lächeln oder sogar ein positives Wort werden komplett verdrängt.

Zur Demonstration der Liking Gap, betrachteten Cooney und Team mehrere Szenarien, in denen Menschen Bekanntschaft miteinander machten: fremde Leute trafen im Labor zum ersten Mal aufeinander, Studienanfänger begegneten ihren neuen Mitbewohner:innen im Wohnheim, und fremde Menschen lernten sich in einem Workshop kennen.

In jedem Szenario fragten die Forschenden die Probandinnen und Probanden, wie sehr sie die Person mochten, mit der sie redeten, und wie hoch sie einschätzten, dass diese Person sie mochte. Das Ergebnis: Die wahrgenommene Sympathie wurde immer niedriger eingeschätzt als die von der anderen Person tatsächlich empfundenen Sympathie.

2. Die Gründe für die Liking Gap

Wir leben in einer Gesellschaft, an der Selbstoptimierung an der Tagesordnung steht und gleichzeitig die Selbstwahrnehmung und -inszenierung als grotesken Eiertanz zelebriert. Im engen Korsett wird dieser Spagat zur Bewährungsprobe für viele hochsensible Frauen. Deplatziert und falsch fühlen sich viele. Kein Wunder also, dass gerade sie unter der Sympathielücke leiden.

Ein Grund dafür könnte ganz einfach in unseren Genen liegen: In der Steinzeit war es für Menschen überlebenswichtig, das Gegenüber einschätzen zu können. Denn als soziale Wesen sind wir abhängig vom Urteil der anderen, denn wir sind darauf angewiesen, andere auf unserer Seite zu haben und zu einer Gruppe zu gehören. Damals bedeutete ausgestoßen zu werden, den Tod. Und auch heute ist das Gefühl nicht gemocht, geliebt und zu einer Gruppe dazuzugehören nicht angenehm. Im Zweifel ist es da sicherer, den anderen als Feind zu sehen statt, irrtümlicherweise, als Freund.

Kein Wunder, dass bei Frauen, die sich alleine oder einsam fühlen auch das Risiko steigt, an Depressionen zu erkranken. Auch wenn man von vielen Freunden und Familienmitgliedern umgeben ist, kann man sich trotzdem einsam fühlen. Dieses subjektive Gefühl entsteht in der Regel, wenn die sozialen Situationen in unserem Leben nicht den erwarteten oder erwünschten Interaktionen entsprechen.

Wenn du dich aber sehr einsam fühlst und den Eindruck hast, dass dein Alltag und Wohlbefinden dadurch sehr eingeschränkt sind, ist es eine gute Idee, die Gründe herauszufinden und etwas zu ändern.


„Unvollkommenheit ist Schönheit, Wahnsinn ist Genialität und es ist besser, absolut lächerlich zu sein, als total langweilig.“

(Merilyn Monroe)


3. Kurioses über die Liking Gap

Sind wir generell zu streng mit uns selbst? Nein, sagen die Forschenden. Tatsächlich neigen wir in den allermeisten anderen Alltagssituationen dazu, uns zu überschätzen. Beispielsweise wenn es um unsere Autofahrkünste geht oder unsere Qualitäten als Partner:in.

Der Liking Gap scheint zudem von unserem Selbstvertrauen abhängig zu sein: Bei Proband:innen, die sich nicht für schüchtern halten, wurde kein Liking Gap festgestellt. Auch spielt die Situation eine Rolle: So habe ich gemerkt, dass ich früher diese Liking Gap auch bei meinen hochsensiblen Klientinnen verspürte. Ich wollte ihnen ja weiterhelfen und hatte gleichzeitig Angst, dass das Coaching nicht gut genug war.

Das Interessante: Das ständige Hinterfragen hört auf, wenn wir die andere Person länger kennen. So verschwand das Phänomen bei den Bewohnern des Studentenwohnheims im Laufe der Zeit. Es kann aber auch sein, dass du den Liking Gap auch wieder spürst, wenn du deine Freunde nach einem Jahr Pandemie wiedersiehst.

Übrigens: Eine neue Studie, aus der April 2021 Ausgabe der Psychological Science hat das Phänomen bei Kindern im Alter von über fünf Jahren erforscht. Das Ergebnis: Die Liking Gap entwickelt sich erst Laufe der Kindheit, wenn Kindern die Meinung anderer wichtig wird. Wenn sie noch sehr jung sind, ist es ihnen schnurzpiepegal. Da will man doch gleich wieder Kind sein. oder?

4. Die Beziehung zu dir selbst

Selbstliebe bedeutet in Beziehung zu sich selbst zu sein. Und wie in anderen Beziehungen auch gibt es Zeiten in denen man sich selbst näher fühlt und mal weniger. Hochsensible Frauen spüren das besonders. Es gibt Zeiten, in denen man sich neu finden muss. Es gibt Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten – wie in einer Beziehung mit anderen Menschen.

Aber es gibt dann auch ein Aufeinanderzugehen, Mitgefühl und Verständnis, genauso wie das Aussprechen und Aufzeigen von Grenzen.  Genau das passiert auch in der Beziehung zu dir selbst. Frage dich und beantworte:

  1. Wen im Spiegel möchtest du da überhaupt lieben?
  2. Wie siehst du dich?
  3. Wer bist du überhaupt?
  4. Was gehört alles zu dir?

Bevor du dich selbst lieben lernen kannst, solltest du erstmal eine Idee davon haben, wer du tatsächlich bist. Du möchtest von anderen verstanden, respektiert und wertgeschätzt werden!

Dann kannst du genau da, bei deinen einzelnen Facetten von dir, anfangen. Das heißt, du darfst lernen, dich zu verstehen, zu respektieren und zu wertschätzen.

  1. Was steckt hinter deiner perfektionistischen Seite?
  2. Gibt es auch gute Aspekte an deinem inneren „Schweinehund“?
  3. Hat es irgendwann in deinem Leben mal Sinn gemacht, so chaotisch zu sein?
  4. Woher kennst du so harte Kritik?

Die schwierigsten Phasen in deinem Leben sind wahrscheinlich die, in denen es dir nicht gut geht… die Gründe können so vielfältig sein. Aber: Niemand kann dich vor diesen Phasen im Leben bewahren und deshalb ist es das Beste, sich für solche Zeiten zu rüsten und genau in solchen Momenten gut für sich zu sorgen. Und genau das machst du, wenn du Mitgefühl praktizierst. Selbstmitgefühl kannst du, genau wie Selbstliebe, lernen und ist definitiv ein großer Teil von Selbstliebe.

Das bedeutet, dir selbst als deine beste Freundin zu begegnen. In den Momenten, in denen du leidest und eine schwierige Zeit hast, kannst du dich aktiv dazu entscheiden, dir selbst gegenüber mitfühlend zu sein.

Anstelle dein Leid oder deinen Schmerz zu ignorieren und dich zusammenzureißen, sagst du dir selbst:

“Ich habe eine richtig harte Zeit gerade. Wie kann ich mir selbst beistehen und mich gut um mich kümmern? Was brauche ich jetzt gerade?”


5. Übung: Selbstbewusstsein & Selbstliebe stärken in 15 Minuten

Bei dieser Übung stellst du dich vor einen Spiegel, schaust dir in die Augen, atmest tief ein und sagst den Satz:

Das Leben liebt mich. ICH liebe mich.

Dann atmest du aus und beobachtest im Anschluss deine Reaktionen (Gefühle, Gedanken, Impulse,…). Wenn du magst, kannst du diese aufschreiben.

Den Satz wiederholst du 10 mal und achtest auf Veränderungen deiner Reaktionen. Wiederhole die Affirmationen so lange bis sie sich angenehm für dich anfühlt.

Beachte: Bereits deine Bereitschaft kann ein Schlüssel für Veränderungen sein.

6. Resümee

Ob wir es nun Liking Gap oder Sympathie Lücke nennen, ist vollkommen egal. Wichtig ist allein, dass es dir als hochsensible Frau gut in diesem Leben geht. Jeder Tag, an dem du nicht mit einem Lächeln aufstehst und am Abend einschläfst, ist ein unnötig verschwendeter.

Lass ihn dir nicht von deiner inneren Kritikerin schlechtreden. Du hast das Ass in deiner Hand: du bist es selbst. Na, fühlt sich das gut an? Selbstliebe lernen geht nicht von heute auf Morgen. Nee, das kann man nicht mal eben online bestellen.

Das Tolle ist aber, dass es jeder erlernen kann und noch besser, dass du wahrscheinlich schon längst Selbstliebe praktizierst, ohne es zu wissen. Mache dich also nicht verrückt… du bist auf dem richtigen Weg!

Trau dich vielfühlig!

In voller Liebe

deine Martina

Hochsensibel? Dann gehörst du zu den 20% deren Nervensystem darauf ausgelegt ist, mehr Stimulation aufzunehmen.

Dies kann sich als ungeübte Hochsensible überwältigend anfühlen und dazu führen, dass du in deinen Schatten statt in deinen Stärken  stecken bleibst.

Das muss nicht sein. Impulse, wie du das ändern kannst, findest du hier ganz viele.

Bist du hochsensibel? Hier findest du Klarheit darüber:

Erobere mutig deine Freiheit zurück und beende dein negatives Gedankenkarussell:

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Hi, ich bin Martina!

Hi, ich bin Martina!

Nimmst du dich zurück, weil du Angst hast, was andere über dich denken könnten? Oder hast du schlaflose Nächte, weil du dir den Kopf zerbrichst, ob das, was du tust wirklich gut genug ist?

Hast du es satt, dich immer zu verstellen. Willst dich lieber so zeigen, wie du bist – ohne Maske? Ohne Verstellen? Echt? Pur? Du?

Bist du bereit:

  • für dich selbst 100% die Verantwortung zu übernehmen,
  • ja zu deinen Gefühlen zu sagen und
  • mutig deine eigenen Regeln zu kreieren und zu leben?

Dann ist der Weg frei, die „sensitive Rebellin“ in dir zu erwecken. Dann ist dein Weg frei für UNUMSCHUBSBAR! Für dich!

Ich kann es kaum erwarten, dich auf diesem Weg zu begleiten.

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